Fondspolicen-Anbieter im Test: Gesamtergebnis ist nicht alles

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Mit hohem Aufwand hat der Map-Report jetzt ein zweites „Fondspolicen-PI-Rating deutscher Lebensversicherer“ erstellt. Das war keine einfache Sache, weil sich viele Versicherer nicht in die Karten schauen lassen wollen.

„Die Branche verfiel mit Ausnahme von sieben Versicherern in kollektives Schweigen“, kritisierte Map-Report- Chefredakteur Reinhard Klages. Daher basiert das jetzt veröffentlichte Rating nur zu 60 Prozent auf öffentlichen Daten, die restlichen 40 Prozent entfallen auf die Vertragsbewertung von Morgen & Morgen. So konnte der Map-Report immerhin 25 Fondspolicen-Anbieter und ihre Verträge bewerten.
Gleichzeitig konnten aber mangels ausreichender Daten 41 Versicherer nicht analysiert werden. Darunter große Namen wie Axa, Württembergische oder R+V sowie Assekuranzen, die sich eigentlich immer Kundenfreundlichkeit auf ihre Fahnen schreiben, wie Huk-Coburg, Cosmos oder Debeka. Testsieger, sind daher unabhängig vom Ergebnisse, alle Gesellschaften die eine ausreichende Datentransparenz aufzeigen und ein Note erreicht haben.

Rating führt zur Mischbewertung
Die meisten Punkte konnte die Alte Leipziger mit leichtem Vorsprung vor Continentale und Stuttgarter einsammeln. Insgesamt erhielten auch Interrisk, Allianz, Zurich, Neue Bayerische Beamten und Swiss Life die Bewertung „mm“ für sehr gute Leistungen. Die höchste Bewertung „mmm“ für hervorragende Leistungen wurde nicht vergeben. Die Analyse erfasst die Bilanz-, die Service-, Vertrags- und Fondsdaten. Gewinner ist in diesem Rating das Unternehmen, das überall ganz gut ist. Daher sei der vermeintliche Testsieger Alte Leipziger ein Paradebeispiel dafür, bei den einzelnen Kennzahlen nicht nur auf die bestplatzierten Gesellschaften zu blicken. Denn dort sei der Gewinner kaum zu finden. Map-Report: „Lediglich bei der Nettorendite und der Bewertung der Fondsqualität wurde der erste Platz belegt. Ansonsten bewegen sich die Bilanz- und Serviceergebnisse vornehmlich im oberen Mittelfeld.“

Fondsanalyse wichtig

Fraglich bleibt, ob eine Analyse von Unternehmensdaten überhaupt für die Bewertung einer Fondspolice wichtig ist. Wer beim Map-Report nur auf die Ergebnisse der Fonds schaut erhält ein ganz anders Ranking. Hier siegt die Basler, vor der Vorsorge, der Zurich. Die Alte Leipziger erreicht Rang vier. Rankt man nur nach den bestimmt sehr wichtigen Kosten eines Fonds, steht plötzlich die Barmenia auf Rang eins, gefolgt von der Aachen-Münchener, der Neue Bayerische Beamten, der Europa und der Zurich. Schlecht schneidet die Barmenia bei Fonds vor allem deshalb ab, weil das Angebot mager ist. Doch Praktiker wissen, dass die Kunden in aller Regel von einer höheren Flexibilität, also vom Umstieg in andere Fonds, kaum Gebrauch machen.

Höchste Punktzahl nicht immer ausschlaggebendes Argument
"Das Fondspolicen-PI-Rating deutscher Lebensversicherer“ liefert Vermittlern somit eine ganze Reihe guter Argumente, auch Gesellschaften zu empfehlen, die nicht die höchste Punktzahl erreicht haben. Bei den Beispielsrechnungen dominiert fast immer die sehr kostengünstige Europa, doch auch Continentale, Zurich und Hannoversche Leben finden sich auf den vordersten Rängen. Bei Nettotarifen liegen vor allem Mylife und Interrisk vorne.

Neben diesen beiden Versicherern bieten auch die Alte Leipziger, Canada Life, Condor, Continentale, Ergo, LV 1871, Neue Bayerische und Standard Life die immer wichtigeren Honorartarife an.

Bildquelle: © zmeel /istockcom

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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