Gothaer KMU-Studie: Emissionsarmes Fahren nicht wirklich angesagt

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Nachhaltigkeit ist für viele Menschen, aber auch für viele Unternehmen ein immer wichtigeres Thema. Doch bei einigen Firmen sind es wohl nur Lippenbekenntnisse, wie die KMU-Studie 2020 Teil 3 der Gothaer ernüchternd zeigt. Die Details.

Die Untersuchung verdeutlicht auch, dass die Firmen die drei Aspekte von Nachhaltigkeit – Umwelt-und Klimaschutz, verantwortungsvolle Unternehmensführung und soziale Gerechtigkeit –        sehr unterschiedlich gewichten. So jedenfalls die Aussage der KMU-Studie der Gothaer.

Die KMU-Studie zeige, dass kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit bis zu zehn Mitarbeitern vor allem die soziale Gerechtigkeit am wichtigsten sei. Größere KMU mit 201 bis 500 Mitarbeitern dagegen verstünden Nachhaltigkeit eher als Umwelt-und Klimaschutz.

Die Unterschiede zwischen den Betriebsgrößen zögen sich weiter durch – auch beim Thema emissionsfreiem Fahren. Zunächst einmal die Fakten: Durchschnittlich verfügt rund die Hälfte aller 1.002 befragten KMU über Firmenwagen (49 %). Einen deutlich höheren Anteil belegen hier die großen Betriebe mit bis zu 500 Mitarbeitern (60 %). Bei den Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigtenliegt der Anteil der Firmenwagen nur bei 33 Prozent –primär bei den Handwerkern und sonstigen Dienstleistern.

Jedes vierte KMU plant, auf E-Antriebe umzustellen

Aber wie verhält es sich unter den Fuhrparkbesitzern mit batteriebetriebenen Fahrzeugen – dem aktuell zugänglichsten der emissionsfreien Antriebe? Das Ergebnis ist nach Ansicht der Gothaer eindeutig: Die Mehrheit (62 %) der Befragten verfügt über keine batteriebetriebenen E-Fahrzeuge – im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der E-Fuhrparkbesitzer nur um einen Prozentpunkt erhöht, so das Untersuchungsergebnis. Und schaut man genauer hin, zeigt die Studie auch hier Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen, denn während nur vier Prozent der „Kleinen“ angeben, aktuell bereits elektrisch zu fahren, sind es bei den „Großen“ immerhin 20 Prozent. In Zukunft könnten sich diese Werte nach oben korrigieren, schließlich plant im Schnitt jedes vierte KMU (25 %) in den kommenden Jahren auf E-Antriebe umzustellen – ein Plus zum Vorjahr um vier Prozentpunkte.

Gothaer Nachhaltigkeit

Viele Unternehmen haben sich noch nicht festgelegt, wohin es gehen soll

Welche Antriebsart beurteilen Sie als am nachhaltigsten? Auch hier zeigten sich unterschiedliche Gewichtungen zwischen den Unternehmensgrößen: Kleine KMU sähen mit 42 Prozent Angabe deutlich den Wasserstoff (Brennstoffzelle) vorn, setzen an zweiter Stelle aber weiter auf den Diesel. Die größten KMU scheinen hier etwas flexibler: Hier fallen höhere Anteile auch auf andere Antriebsmöglichkeiten wie batteriebetriebenes Elektro, Benzin oder Hybrid.

Auffallend: Uneinig sind sich die Unternehmensgrößen vor allem beim batteriebetriebenen Elektromotor – steht er bei den Großen an zweiter Stelle, wird er von den Mitarbeitern kleinerer Firmen als am wenigsten nachhaltig eingestuft. Auffallend sei auch, so der Versicherer, dass sich 15 Prozent beziehungsweise elf Prozent noch nicht ausreichend informiert hätten, um eine Antwort abzugeben.

Der finale Teil der Gothaer KMU-Studie zeigt, dass emissionsfreies Fahren als Teil einer nachhaltigen Firmenausrichtung durchaus Thema bei deutschen KMU aller Größen ist – die praktische Umsetzung aber nur schleppend läuft. Die Gothaer – Versicherer in allen Segmenten erneuerbarer Energien, mit eigener Nachhaltigkeitsstiftung und einer seit 2020 klimaneutralen Hauptverwaltung – will, dass sich dies ändert und ihre Privat-und Unternehmerkunden im Nachhaltigkeitsbestreben unterstützen.

Die Aktivitäten der Gothaer im Detail: Der Kölner Versicherer bietet einen Nachlass auf Kfz-Tarife von reinen Elektroautos an und versichert auch Elektroroller für den emissionsarmen Nahverkehr. Für rein elektrisch betriebene Pkw bietet der Top-Schutz in der Kaskoversicherung hohe Entschädigungsleistungen an, so beispielsweise bei Tierbiss-und Folgeschäden sowie bei Kurzschlussschäden an der Verkabelung bis 20.000 Euro. Auch sind Überspannungsfolgeschäden beim Laden an der Bordelektronik wie an Akkumulatoren bis zu einer Gesamtsumme von 20.000 Euro mitversichert.

Hintergrundinformationen

Auch 2020 befragte die Gothaer Versicherung wieder deutsche KMU in einer Online-Befragung nach aktuellen Trends und Meinungen (Befragungszeitraum: 4. bis 26. Februar 2020). Teilgenommen haben 1.002 Personen, die in ihren Unternehmen für das Thema Versicherungen (mit-)verantwortlich sind. Durchführendes Institut war die Heute und Morgen GmbH aus Köln.

Quelle: Gothaer Konzern

Autor(en): Meris Neininger

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