Kinderschutz: Mehr ist besser

Erst Unfallversicherung, dann Kinderinvaliditätsschutz, rät der Bund der Versicherten (BdV) allen Eltern. Dabei sollte es eigentlich umgekehrt sein. Denn natürlich können auch Kinder durch eine schwere Krankheit zum lebenslangen Invaliden werden. Daher ist der Rat, die Kinderinvaliditätsversicherung (Kids) lediglich als "Ergänzung" zur Unfallversicherung anzubieten, ein Bärendienst und dürfte für Vermittler sogar ein Haftungsrisiko bedeuten.

Auch die deutlich niedrigere Auslöseschwelle der Unfallversicherung, die praktisch schon ab einem Prozent Behinderung zahlt, kann den fehlgeleiteten Rat nicht heilen. Es gilt: Erst die Kids vorstellen und dann notfalls eine Unfallversicherung abschließen. In einer aktuellen Analyse der Zeitschrift "Öko-Test" erzielten der Bayerische Versicherungsverband mit seiner Invaliditätszusatzversorgung für Kinder (KIZ) und die R+V Kinderversicherung die besten Ergebnisse. Nachteil: Guter Schutz ist nicht gerade preiswert.

Eltern sind bereit zu zahlen
Doch Eltern dürften heute für hochwertigen Kinderschutz immer empfänglicher sein, denn beim ersten Kind sind die Mütter im Schnitt 29 Jahre alt. Kinderplanung findet heute bewusster denn je statt. Noch werden jährlich rund 665.000 Kinder geboren, auch wenn die Geburten seit Jahren rückläufig sind. Ist der Vollschutz zu teuer, bieten sich "Axa Existenzschutzversicherung" oder die "Multi-Rente" von Janitos an. Außerdem gibt es noch Schulunfähigkeitspolicen am Markt. Alle Produkte schützen bei schweren Krankheiten.

Pflege- und Krankenhaus-Police für Kinder
Existenzieller Schutz ist zudem über eine zusätzliche private Pflegetagegeldpolice sehr günstig erhältlich. Sie kann natürlich im Erwachsenenalter weitergeführt werden. Und: Wer seinem Kind bei schwerer Krankheit den besten Komfort bieten möchte, sollte eine stationäre Zusatzpolice für das Krankenhaus abschließen. Sie bietet nicht nur Chefarztbehandlung und Einbettzimmer, sondern bei einigen Anbietern auch ein Rooming, das heißt Eltern können dann bei ihrem kranken Kind im Zimmer übernachten. Am Ende der guten Kinderschutzberatung könnte dann die Unfallversicherung stehen. Sie ist und bleibt leistungsschwach, aber sehr preiswert. Wirklich wertvoll ist die Warnung der BdV vor der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. "Eine Versicherung zum Nulltarif existiert nicht", so der Verbraucherverein. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bild: © Lisa Schwarz /

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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