"Noch nicht am Ende des LVRG angelangt"

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Ein weiterer Rückgang der Zahl der Vermittler und des Provisionsniveaus sei absehbar, prognostizierte Hermann Schrögenauer (Bild), Vorstand Vertrieb Leben bei der Zurich, bei der Tagung "Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung" des Instituts für Versicherungswissenschaften e. V. an der Universität Leipzig am 24. Mai in Köln.

"Wir sind noch nicht am Ende des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) angelangt", sagte Schrögenauer wörtlich. Vor allem durch die Forderung für mehr Transparenz in der Vergütung des Vermittlers und durch das Absenken des Höchstzillmersatzes auf 25 Promille ergäben sich für die Lebensversicherer massive Änderungen. Es gebe circa 12.000 Tankstellen in Deutschland, etwa 35.000 Banken und rund 200.000 Vermittler. Da stelle sich die Frage, ob man so viele Vermittler brauche. Nach seiner Einschätzung reichten auch 45.000, wenn es "gut performante" Vermittler seien.

Keine einzelvertragliche Betreuung mehr
Der Zurich-Vorstand sagte weiter, dass sein Unternehmen künftig auf eine extrem schlanke Maklerbetreuung setzen werde. Eine einzelvertragliche Betreuung wird es künftig nicht mehr geben können. "Wir werden uns auf die Makler konzentrieren, die uns Geschäft bringen", meinte Schrögenauer.

Druck bleibt hoch
Der Druck durch die Märkte, insbesondere die Niedrigzinsen, sei enorm. Der Marktzins sinke unter den Garantiezins, dies sei eine neue Dimension. Umgekehrt drücken die Marktzinsen auf den Höchstrechnungszins. Das LVRG habe aber auch für die Versicherer bei den Bewertungsreserven eine Entlastung gebracht, es gebe nur noch eine Beteiligung der Kunden an ökonomisch tatsächlich vorhandenen Bewertungsreserven.

LVRG führt nicht zu höheren Ablaufleistungen

Bei den alternativen Provisionsmodellen nach LVRG sei zu beachten, dass sich kein Modell am Markt durchgesetzt habe. Auch führe das LVRG nicht zu höheren Ablaufleistungen für den Kunden, wenn etwa die Abschlussprovision durch eine höhere Bestandsprovision ersetzt werde. Durch die Diversifizierung sei auf jeden Fall ein Anstieg an Komplexität feststellbar.

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Bildquelle: © Bernhard Rudolf

Autor(en): Bernhard Rudolf

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