PKV-Forum: Deutsche sind gerne unzufrieden

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Beim mittlerweile 18. Continentale PKV-Forum wurde die Widersprüchlichkeit der Deutschen mit ihrem Gesundheitssystem thematisiert. Vor über 1.000 Vermittlern sprach darüber unter anderem Christoph Hellmich, Vorstandschef des Continentale Versicherungsverbunds.

Deutschland habe eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, erklärte Vorstandschef Hellmich. Echte, harte Rationierungen gebe es nicht. Jeder Patient erhalte eine gute medizinische Versorgung. Und wie die Continentale-Studie zeige, seien 78 Prozent der gesetzlich Versicherten mit den Leistungen im Gesundheitswesen zufrieden, bei der privaten Krankenversicherung (PKV) seien es 89 Prozent. Das seien so viele wie schon lange nicht mehr.  

Deutsche meckern gerne

Gleichwohl gebe es gefühlte Gerechtigkeitslücken im System, die immer wieder die Diskussion um die so genannte Bürgerversicherung befeuerten, so Hellmich. Dabei gebe es in Deutschland die geringsten Wartezeiten bei der ärztlichen Versorgung. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Bosbach, CDU-Politiker und Rechtsanwalt: Die Deutschen hätten an ihrem Gesundheitssystem oft was zu meckern – es sei denn, sie würden im Ausland krank.  Das liege wohl in unserer Natur: "Wir sind erst dann zufrieden, wenn wir bei Lösungen ein Problem gefunden haben." Bosbach sagte, dass er Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sei, aber klar gegen eine Einheitsversicherung, die die Probleme im Gesundheitswesen nicht lösen könne.

Ruhig mal stolz sein

Die Deutschen müssten lerne, auch stolz auf ihr Land zu sein. Die deutsche Einheit sei sehr gut gemeistert worden und Deutschland sei eines der sichersten Länder der Welt. Was gerecht sei und was nicht, darüber habe jeder unterschiedliche Vorstellungen, die abhängig von der Betroffenheit und dem jeweiligen Blickwinkel seien. So sei in den 50-er Jahren die Einkommensteuer eingeführt worden, und der Spitzensteuersatz sei so definiert worden, dass derjenige ihn zahlen müsse, der das 20-fache des Durchschnittseinkommens verdiene. Heute liege dieser Wert schon bei dem 1,6-fachen. Was nun gerecht sei, fragte Bosbach.

 

Autor(en): Bernhard Rudolf

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