PKV: Schwere Einbrüche bei laufender Verzinsung

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Die Niedrigzinsphase hinterlässt zunehmend ihre Spuren, so auch bei den privaten Krankenversicherern. Vielen von Ihnen machen die niedrigen Zinsen zunehmend zu schaffen. Es gibt aber auch PKV-Unternehmen wie die DKV und die SDK, die besser dastehen als im Jahr zuvor. Das zeigt auf jeden Fall der aktuelle Map-Report.

Danach lag die laufende Durchschnittsverzinsung der Kapitalanlagen der PKV im Markt im vorigen Jahr bei 3,51 Prozent und sank somit um 3,65 Prozent. Ledigilich zehn der 32 untersuchten Anbieter liegen mit dem laufenden Durchschnittszins oberhalb des Marktschnitts.

Hoher Abrieb bei laufender Verzinsung zu verkraften
Stark aufgestellt sind beispielweise noch Debeka mit einer laufenden Durchschnittsverzinsung von 3,93 Prozent sowie Inter (3,91), Deutscher Ring (3,90) DKV (3,79) und Allianz (3,78). Allein DKV und SDK (3,29) konnten sich im Gegensatz zum Vorjahr überraschend verbessern. Einen richtig hohen Abrieb bei der laufenden Verzinsung mussten beispielweise die Hanse Merkur mit einem Minus von 21,12 Prozent sowie die Mecklenburgische (minus 20,06), die R+V (minus 17,98), die Pax-Familienfürsorge (minus 16,00) und die Gothaer (minus14,24) hinnehmen. Am unteren Ende der Fahnenstand rangiert die Landeskrankenhilfe. Sie schaffte nur noch eine laufende Verzinsung ihrer Anlage von 2,15 Prozent. Deutlich unter dem Marktschnitt liegen auch Württemberigsche (2,90), Mecklenburgische (2,97) und Huk-Coburg (2,97).

Angesichts der schwierigen Interpretation der Nettoverzinsung, in der laut Map-Report auch die Realisierung von Bewertungsreserven steckt, rückt die laufende Durchschnittsverzinsung als Maßstab der künftigen Entwicklung der Gesellschaften mehr in den Vordergrund. Die Analysten bemängeln zudem, dass der durchschnittliche unternehmensindividuelle Rechnungszins (duRz) nicht als Pflichtangabe im Geschäftsbericht ausgewiesen wird. Unklar sei so weiterhin, wer in welchem Umfang den ehemals brancheneinheitlich bei 3,50 Prozent liegenden duRZ absenken musste.

Durststrecke hält seit fünf Jahren an
Mittlerweile schwächelt das Neugeschäft in der PKV fünf Jahre in Folge. Immerhin geht es nicht mehr so schnell abwärts. So waren Ende 2016 8.772.700 Millionen Personen vollversichert. Das sind 0,2 Prozent oder 14.600 Versicherte weniger als im Vorjahr. Zwölf der 33 Anbieter mit Vollversicherten konnten die Bestände ausbauen. Dabei dominierte die Debeka mit einem Plus von 32.960 Kunden, gefolgt von Hansemerkur (7.441.) und Huk-Coburg (4.568). Den größten Bestandsabrieb mussten wie in den Vorjahren die DKV (minus 18.899), Central (minus 11.531) und Allianz (minus 9.620) verkraften.

Abschlusskostenquote überraschend gestiegen
Immerhin: Der Exodus zur Gesetzlichen Krankenversicherung hat sich erheblich abgeschwächt. Verlor die Branche in den Jahren 2012 bis 2016 insgesamt 183.600 Vollversicherte, davon allein 47.200 im Jahr 2015, ist der Verlust von 14.600 Versicherten des Jahres 2016 nach Einschätzung des Map-Reports „schon beinahe ein positiver Trend“. Gestiegen sist aber überraschenderweise die Abschlusskostenquote. Der Schnitt ging von 6,42 auf 6,52 Prozent nach oben. Trotz Deckelung der Abschlusskosten und rückläufigem Neugeschäft sind die Aufwendungen für Vertragsabschlüsse in den vergangenen Jahren kaum gesunken. „Scheinbar wird das sinkende Neugeschäft mit steigenden Kosten eingekauft“, so der Map-Report.

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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