Sterben als unterschätztes Risiko

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Die Dela Deutschland hat in einer Studie Einstellung der Deutschen zum Thema Risikolebensversicherung untersucht. Ein Kernergebnis der Untersuchung: Der eigene Tod steht beim Risikoempfinden vieler Menschen nicht im Vordergrund. Und jeder zweite hat keine genaue Vorstellung davon, welche Summe einen Todesfall abdecken sollte.

Nur 17,5 Prozent empfinden ihr eigenes vorzeitiges Ableben als Risiko und nur 15 Prozent das vorzeitige Ableben des Ehepartners oder Lebensgefährten. Im Vergleich dazu werden Themen wie Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit als ein deutlich höheres Risiko eingestuft. Auch abstrakte Gefahren wie Terrorismus sind im Bewusstsein der Menschen stärker als Risiken verankert. "Dabei können die finanziellen Folgen des eigenen Ablebens für die Hinterbliebenen erheblich sein. Wir sind der Überzeugung, dass das Thema Risikoleben zum festen Bestandteil einer Vorsorgeberatung gehören sollte. Makler und Vermittler sind geradezu aufgefordert, ihre Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren und diese offensichtliche Vorsorgelücke zu schließen", sagt  Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Deutschland.

Dela Studie 11/2018

Ein Viertel hat noch nicht über das Thema nachgedacht

Wenn es um die finanzielle Absicherung im Bereich Risikoleben geht, besteht bei den Deutschen noch Luft nach oben: Knapp 45 Prozent (43,3 Prozent) der Befragten besitzen keine Lebensversicherung und vier von fünf Befragten (79,3 Prozent) haben keine Risikolebensversicherung. Rund ein Viertel der Befragten (22,9 Prozent) hat noch nicht über eine Vorsorge im Bereich Risikoleben nachgedacht.

Als wichtigste Anlässe, sich mit dem Abschluss einer Risikolebensversicherung zu befassen, nannten die Befragten vor allem den Kauf von Wohneigentum (28,2 Prozent), Gespräche im privaten Umfeld (23,9 Prozent) sowie einen Sterbefall im persönlichen Umfeld (20,1 Prozent).

Für Ältere spielt Risikoleben keine Rolle mehr

Die erste Risikolebensversicherung wird häufig in jungen Jahren abgeschlossen. Vier von zehn Versicherten (40,7 Prozent) schlossen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ab, 23 Prozent waren 30 bis 39 Jahre alt und 12,4 Prozent 40 bis 49 Jahre. In späteren Lebensphasen (50 bis 59 Jahre) spielt der Abschluss dagegen kaum eine Rolle (2,4 Prozent).

Die Studie zeigt auch Unterschiede im Hinblick auf die tatsächlich abgeschlossene Versicherungssumme und die subjektive Einschätzung des eigenen Vorsorgebedarfs auf. Während die Befragten ohne Risikolebensversicherung den Bedarf im Durchschnitt auf rund 125.000 Euro bezifferten, schätzten Versicherte ihren Bedarf mit durchschnittlich 175.000 Euro deutlich höher ein. Tatsächlich abgeschlossen haben die Versicherten jedoch lediglich 150.000 Euro. Das Ergebnis zeige, dass die Mehrheit ihren Bedarf zu gering einschätze oder keine genauen Vorstellungen habe, meint Capellmann. "Insofern ist es für die Beratung zur Risikolebensversicherung besonders wichtig, dass Makler und Vermittler gemeinsam mit ihren Kunden den individuellen Bedarf ermitteln", erläutert er.

Beratung wird gewünscht

Obwohl sich viele Menschen online über eine Risikolebensversicherung informieren, suchen sie wenn es um den Abschluss geht, doch die Hilfe des Vermittlers: Für mehr als 60 Prozent der Befragten ohne Risikoleben (62,3 Prozent) ist eine persönliche Beratung vor dem Abschluss beziehungsweise der Entscheidung für ein Versicherungsprodukt wichtig. Der Wunsch nach einer Beratung zum Thema Risikoleben ist bei den 20 bis 49-Jährigen besonders ausgeprägt (75 Prozent), in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen liegt er bei  rund 65 Prozent.

Leben Kinder in einem Haushalt, sehen die Studienmacher die als Hebel für die Kundenansprache und -beratung zum Thema Risikoleben an. Dreiviertel der Befragten mit Kindern (76,8 Prozent) hatten bereits oder wollen eine Beratung, bei denjenigen ohne Kinder sind es zwei Drittel (67,3 Prozent).

Die Studie

Für die von den Dela Lebensversicherungen beauftragte und von Assekurata Solutions GmbH erstellte Studie wurden 1.008 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Personen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren zu ihrer Vorsorgesituation, ihren Erwartungen und ihrem Informationsverhalten bei der Risikokleben befragt. Die Online- Befragung fand im August 2018 statt.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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