Vema: Die (un-)möglichen Trends der Zukunft

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Der Kostendruck wird weiter zunehmen. Die Folge: Immer mehr Versicherer steigen aus wenig lukrativen Sparten aus und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Das Resultat: Vielleicht noch sechs Marktteilnehmer werden in Zukunft 80 Prozent der Versicherungsangebote abdecken. So jedenfalls die Ansicht von Hermann Hübner, Vorstandsvorsitzender der Vema, bei den Vema-Tagen in Fulda.

„Das typische Bauchladengeschäft wird verschwinden und es wird immer weniger Vollsortimenter geben“, zeigt sich Hermann Hübner überzeugt. Modelle wie das des Münchener Vereins, der sich auf Pflege- und Zahnzusatzversicherungen konzentriert, werden den Versicherungsmarkt von morgen prägen.

Die wunderschöne Welt der Apps?
Der Blick in die Zukunft oder – mit Augenzwinkern - auch nur in die Glaskugel war ein wichtiger Aspekt auf der zweitägigen Vema-Tagung, die von rund 1.260 Maklern besucht wurde. Einen humoriges Gedankenspiel entwickelte Stefan Sommerer, Vorstand der Vema eG (siehe Bild unten), bei der Frage, wie sich die Digitalisierung in der Versicherungsbranche entwickeln wird. Seiner Ansicht ist die Digitalisierung zwar ein absolutes Thema, das in immer kürzeren Zyklen Veränderungen bringen wird.
Passendes Beispiel dazu: Die Ergo Versicherung hat erst kürzlich eine eigenen Gesellschaft gegründet, die sich nur mit dem Thema Digitalisierung und ihren Auswirkungen beschäftigen soll.

Doch die Branche müsse aufpassen, dass die digitale Entwicklung nicht zum Nullsummenspiel verkomme und die Vorteile der Digitalisierung nicht durch die Verwaltung der Digitalisierung (Apps für alle möglichen und unmöglichen Lebenssituationen) aufgefressen würden. Denn die Frage sei, ob „die wunderbare Welt der Apps“ wirklich mehr Zeit zum Leben lasse oder ob, vor lauter Beschäftigung mit den diversen Apps, der Mensch das reale Leben verpasse.



Wirtschaftlich starkes Jahr 2015
Die Vema-Lenker strotzen vor Selbstbewusstsein und haben auch allen Grund dazu. Das Kraftpaket in Zahlen: Rund 25 Prozent des Prämienvolumens der Versicherungswirtschaft „gehen auf das Konto der Versicherungsmakler“, davon werden rund 20 Prozent von Vema-Partnerbetrieben gehalten. Rund 15.000 Nutzer der 2.400 Mitgliedbetriebe sind im Extranet der Genossenschaft registriert und nutzen die Inhalte bei ihrer Kundenansprache. Das Volumen der dort verwalteten Endkundendaten beträgt 1.3 Millionen.
Stolz sind Hübner und seine Kollegen auch darauf, dass sie wegen des wirtschaftlich starken Jahres 2015 die Umsatzrückvergütung für ihre Mitgliedsbetriebe von 1,4 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro erhöhen konnten.

Stark macht sich die Vema auch für die Weiterbildung ihrer Mitglieder. So ist die Teilnehmerzahl der 2013 ins Leben gerufenen Weiterbildungseinrichtung außerordentlich stark gestiegen. Besuchten 2014 noch etwas mehr als 20.600 (2013: rund 13.100) Weiterbildungswillige Workshops, Inhouse- und Online-Schulungen oder machten sich in der Mediathek der Genossenschaft schlau, waren es 2015 gut 40.500 Personen, die ihr (Fach-)wissen ausbauen wollten. Dies ist eine beeindruckende Steigerung von 96 Prozent. Grundsätzlich laufen gut 86 Prozent der Schulungen der Akademie onlline ab.

Weitere Partner gewonnen
Die Gründe für die enorme Steigerungsrate laut Vema: Die Genossenschaft hat weitere Partner gewinnen können und der Kanal „TV-Schulungen“ hat es ermöglicht, dass sich so viele Makler für eine Weiterbildungsmaßnahme erwärmen konnten.

Besonders gefragt sind bei den Schulungen die gewerbliche Haftpflichtversicherung und die Inhaltsversicherung. 2017 will das der genossenschaftliche Zusammenschluss aus Heinersreuth auch eine Weiterbildung zum Ruhestandsplaner anbieten. Dieses Angebot soll dann mit Partnern wie der IHK umgesetzt werden.

Lesetipp: Weitere Informationen zur Vema-Tagung finden Sie demnächst hier und in der Juni-Ausgabe von Versicherungsmagazin.

Bildquelle: © Fotomek /fotolia

Autor(en): Meris Neininger

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