Der größte deutsche Versicherungsmakler, die Ecclesia Gruppe, macht nicht mehr durch spektakuläre Käufe auf sich aufmerksam, sondern ist in eine Phase der Eigenkonsolidierung eingetreten. Bezeichnend dafür ist, dass nun die Pension Solutions Group voll integriert wurde.
Künftig bietet die Ecclesia Gruppe betriebliche Vorsorge unter der Marke „Ecclesia Pension & Benfits“ an. Alle Vorsorgeeinheiten wurden unter dieser Marke in einer GmbH zusammengefasst. Damit hat es rund zwei Jahre gedauert, bis das Unternehmen aus Detmold die Mitte 2023 gekaufte Pension Solutions Group aus Erlangen voll integriert hat. Die Pension Solutions Group mit damals über 120 Mitarbeitenden war vor allem auf das Thema Entgeltumwandlung und Einzelberatung der Mitarbeitenden spezialisiert.
Ecclesia betont, dass man durch die Konsolidierung gegenüber den Versicherern spürbare Vorteile in den Verhandlungen habe. Nach Einschätzung des Versicherungsmaklers nimmt die Bedeutung der betrieblichen Vorsorge kontinuierlich zu. Attraktive Vorsorgeangebote würden sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte entwickeln.
Weitere Integrationen
Mitte des Jahres 2025 hatte der Versicherungsmakler bereits bekannt gegeben, dass die km credit consulting GmbH und die CFG Finance GmbH zur neuen Ecclesia Credit GmbH zusammengeführt wurden und die Krediteinheiten der Deutsche Assekuranzmakler GmbH und der Schunck Gruppe vollständig in die Ecclesia Credit GmbH integriert wurden. Die Schunck Group war 2021 übernommen worden.
Anfang des Jahres 2025 wurde eine strategische Partnerschaft mit der Specialist Risk Group (SRG) mit Sitz in London eingegangen. Im Frühjahr 2025 hatte die Gruppe bekannt gegeben, dass sie die IT neu strukturiert hat. Nun würden die IT-Verantwortlichen des Maklers miteinander in einem Team als sogenannte Segment-CIOs kommunizieren. Ziel sei es mit IT- und datengetriebenen Ansätzen neue Potenziale für Kunden und Mitarbeitende zu heben.
Wachstum soll kein Selbstzweck sein
Ecclesia betont immer wieder, dass Wachstum kein Selbstzweck sei, sondern immer das Ziel habe, das Leistungsportfolio für die Kunden weiter auszubauen. „Alle Teile der Ecclesia Gruppe wachsen kontinuierlich, das Wachstum liegt über dem Marktschnitt. Wachstum ist für uns wichtig, weil es der Ausweis ist, dass unser Geschäftsmodell stimmt, weil es Mitarbeitende motiviert und unsere Attraktivität als Arbeitgeber stärkt“, sagte Dirk Meyer-Hetling, Geschäftsführer für das Geschäftsfeld Industrie & Gewerbe in einem Interview für die Versicherungswirtschaft 2024.
Als besondere Vorteile betont die Ecclesia ihr umfassendes Knowhow, ihre Marktmacht, eine internationale Vernetzung, sowie hohe Schadenkompetenz und ein breites Angebot. Maßgeschneiderte Lösungen und spezialisierte Kompetenzcenter-Teams, zum Beispiel für Cyber und weitere Bereiche, würden den Versicherungsmakler auszeichnen. Unternehmen würden zudem von eigenen Risikoingenieuren beraten.
Führungsteam noch überwiegend männlich
Die Gruppe befindet sich im Eigentum des Deutschen Caritasverbandes, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung. „Mit mehr als 2.400 Mitarbeitenden und einem platzierten Prämienvolumen von rund drei Milliarden Euro p. a. ist die Ecclesia Gruppe einer der größten Versicherungsmakler für Unternehmen und Institutionen in Deutschland und Europa“, so die Eigendarstellung. Das Führungsteam bestehe aus „ausgewiesenen Fach- und Branchenexperten“.
Auch Quereinsteiger herzlich willkommen
In Sachen Gleichberechtigung hat der Versicherungsmakler aber noch Nachholbedarf. Derzeit befinden sich in der zehnköpfigen Geschäftsführung lediglich drei Frauen. Und nur Andrea Michalczyk-Schröder, die das Geschäftsfeld Specialty leitet, ist im Kernversicherungsgeschäft tätig. Wie fast alle Unternehmen sucht auch die Ecclesia Gruppe neue Mitarbeitende. „Als Versicherungsmakler beschäftigen wir uns mit allen Facetten unternehmerischer Risiken. Das bedeutet, dass bei uns kein Tag wie der andere ist“, betont das Unternehmen. Berufserfahrung wird übrigens nicht vorausgesetzt. Auch Quereinsteiger wären herzlich willkommen.
Verfasst von: Uwe Schmidt-Kasparek