Vertrauensvorsprung für betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) genießt bei den Deutschen mit Abstand das größte Vertrauen unter den Vorsorgeformen. Dennoch ist die Verbreitung der bAV noch ausbaufähig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Telefonbefragung in Privathaushalten, die die Firma Smartcompagnie im Auftrag der Canada Life zum Thema Altersvorsorge erstellt hat.

Wenn es um die Altersvorsorge geht, haben viele Deutsche ein schlechtes Gewissen. Rund 26 Prozent sind sich bewusst, dass sie mehr für ihre finanzielle Absicherung tun müssen, aber unsicher bei der Wahl der geeigneten Anlage. Für weitere 25 Prozent gilt dies zumindest teilweise, für elf Prozent eher weniger. Der Rest fühlt sich nicht betroffen. "Kunden kennen den Vorsorgebedarf", sagt Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter der Canada Life für Deutschland. "Viele würden gern mehr für das Alter tun. Aber aus Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, wird der Abschluss häufig aufgeschoben - fatal, wenn man an die Zukunft denkt."

Breite Zustimmung für die bAV
Dabei gibt es beim Vertrauen klare Präferenzen. Die mit Abstand größte Zustimmung unter den verschiedenen Anlagemöglichkeiten genießt die Betriebsrente: Rund 58 Prozent der Befragten geben an, beim Thema Vorsorge grundsätzlich in die bAV zu vertrauen. Zehn Prozent weniger setzen auf Sparbriefe, Bankanlagen und Festgelder (48 Prozent), danach folgen Immobilien-Anlagen (43 Prozent), die gesetzliche Rentenversicherung (38 Prozent), Riester-Renten (36 Prozent) und private Lebens- und Rentenversicherungen (29 Prozent). Weniger vertrauenswürdig halten die Deutschen Wertpapiere und Investmentfonds (17 Prozent), Fondssparpläne (13 Prozent) sowie die Rürup-Rente (acht Prozent). Acht Prozent trauen keinem Modell. Mehrfachnennungen waren möglich.

Trotz des vergleichsweise hohen Vertrauens in der Bevölkerung wird die Betriebsrente noch nicht im möglichen Umfang genutzt: Nur 57 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber eine bAV im Unternehmen anbietet. Die restlichen Personen sind entweder keine Arbeitnehmer (rund 20 Prozent) oder erhalten trotz rechtlichem Anspruch kein Angebot von ihrem Arbeitgeber. Damit gehen rund 30 Prozent der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer leer aus.

Selbst wenn der Arbeitgeber eine Betriebsrente im Unternehmen offeriert, wird die Möglichkeit nicht immer ausgeschöpft: Über 14 Prozent der Arbeitnehmer gehen offensichtlich nicht auf das bAV-Angebot ein. Als Begründung geben rund 34 Prozent an, sich schlecht zu Produkten, steuerlichen Aspekten oder Gesetzen informiert zu fühlen. Für gut 32 Prozent ist die bAV zu unflexibel und 15 Prozent beklagen, dass der Arbeitgeber keine Zuschüsse zahlt. Der Rest macht andere Gründe geltend.

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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