Vorsorge für den Pflegefall: Theoretisch ja, aber

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Die Continentale hat wieder einmal die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen ermittelt. Dies tut sie seit dem Jahr 2001 mit einer repräsentativen Befragung. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Untersuchung sind auch die Zusatzversicherungen und das Interesse der Menschen an diesen. Ein kurzer Blick in die Studie.

GKV-Versicherte sind aktuell und größtenteils zufrieden mit den Leistungen des Gesundheitswesens. Erweiterte und bessere Leistungen durch eine private Zusatzversicherung finden sie für sich persönlich dennoch in vielen Bereichen wichtig. Die Details:

Große Bedeutung: Zusatzabsicherung im Pflegefall und beim Zahnarzt
Mehr als drei Viertel der gesetzlich Versicherten sagen, ihnen sei der Zusatzschutz im Pflegefall sowie
beim Zahnarzt wichtig. Mit 71 Prozent folgt der Zusatzschutz beim Haus- oder Facharzt. Private Vorsorge
im Krankenhaus ist ihnen deutlich seltener wichtig. Für Berufstätige stellt sich darüber hinaus die
Frage nach zusätzlichem Schutz bei Arbeitsunfähigkeit: Dieser hat für die berufstätigen Befragten eine
hohe Bedeutung (79 Prozent).

Zusätzliche Leistungen finden GKV-Versicherte wichtig – vorgesorgt haben die wenigsten
Wieder zeigt sich das widersprüchliche Handeln der Bevölkerung: Private Vorsorge erachtet sie als wichtig und notwendig, doch das konkrete Handeln bleibt aus. Denn häufig wird keine passende Versicherung abgeschlossen. So nennen die GKV-Versicherten den Zusatzschutz im Pflegefall am häufigsten als die wichtigste Absicherung. Und auch 2014 ermittelte die Continentale-Studie, dass die Bevölkerung die meiste Angst vor der Pflegebedürftigkeit hat und hier die größte Notwendigkeit privater Vorsorge sieht. Doch nach wie vor besitzen lediglich vier Prozent der Bevölkerung eine private Pflegzusatzversicherung.

Ähnlich ist es bei der Zahnzusatzversicherung: Zwar finden 77 Prozent sie wichtig, einen entsprechenden
Tarif tatsächlich abgeschlossen haben aber nur 21 Prozent in Deutschland.

Hoher Bedarf bei Rentnern und Pensionären, geringer bei Studenten
Das Widersprüchliche beim Vorsorgeverhalten der Menschen zeigt sich auch bei der Zielgruppen-Analyse. Die Bevölkerung wurde gebeten, Personengruppen zu nennen, für die bestimmte Zusatzabsicherungen besonders sinnvoll sind. Das Ergebnis: Vornehmlich sei zusätzliche Absicherung für Rentner und Pensionäre sinnvoll, vor allem für den Pflegefall, beim Zahnarzt und beim Haus- oder Facharzt.

Durchweg als letzte Zielgruppe nennen die Befragten die Studenten und Auszubildenden – obwohl gerade die im richtigen Alter sind, um heute den notwendigen Zusatzschutz für später abzuschließen. Denn: Ist das Rentenalter erst erreicht, ist es dafür häufig schon zu spät.

Zusatzschutz beim Zahnarzt hat hohe Priorität
81 Prozent der gesetzlich Versicherten erwarten jetzt oder spätestens in Zukunft, dass eine gute medizinische Versorgung nur durch private Vorsorge zu erreichen ist beziehungsweise zu erreichen sein wird. Am wichtigsten sind ihnen Zusatzschutz im Pflegefall (78 Prozent) sowie Zusatzschutz beim
Zahnarzt (77 Prozent). Auch der Zusatzschutz beim Hausarzt oder Facharzt spielt für 71 Prozent der Befragten eine große Rolle. Weniger Bedeutung hat der Zusatzschutz im Krankenhaus, den lediglich rund ein Drittel der Befragten wichtig finden (35 Prozent).

Große Angst vor Pflegebedürftigkeit
Erweiterten Schutz im Pflegefall sehen mehr als drei Viertel als wichtig an. Das deckt sich mit früheren
Befragungen. So zeigte die Continentale-Studie 2014: Die größte Angst hat die Bevölkerung vor
der Pflegebedürftigkeit, die größte Notwendigkeit privater Vorsorge sieht sie bei der Pflegebedürftigkeit, allerdings sorgt sie in keinem Bereich so wenig vor. Nur vier Prozent der Bevölkerung hat eine private Pflegezusatzversicherung.

Die Präferenzen der Menschen: Zahnzusatz vor Pflege
Besonders wichtig ist den Befragten zudem der Zahnzusatzschutz, einem Drittel sogar sehr wichtig. Die
persönliche Bedeutung nimmt mit dem Alter ab: 89 Prozent der 25- bis 39-Jährigen finden Zusatzschutz beim Zahnarzt wichtig, 82 Prozent der 40- bis 49-Jährigen und 71 Prozent der ab 50-Jährigen.

Die konkrete Vorsorge fällt wieder geringer aus: Nur 21 Prozent der Bevölkerung hat zusätzliche Zahntarife abgeschlossen. Damit ist die Durchdringung höher als im Pflegebereich, der existenziel weitaus wichtiger ist.



Auch bei dieser Frage spielt die generelle Meinung zum Gesundheitswesen eine Rolle. Wer mit diesem
insgesamt hinsichtlich Preis und/oder Leistung unzufrieden ist, findet den Schutz bei den klassischen
Krankenzusatzversicherungen "Zahn", "ambulant" und "stationär" wichtiger (im Schnitt acht Prozentpunkte). Auch bei der Pflege zeigt sich diese Tendenz.

Textquelle- und Bildquellen: © Continentale; Robert Kneschke / fotolia

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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