Wie Kapitalanlagen zur Nachhaltigkeit beitragen (können)

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Das Thema "Nachhaltigkeit" in Wirtschaft und Politik, aber auch bei Banken und Versicherern war das Kernthema beim Nordbayerischen Versicherungstag 2017 in Coburg. Der Titel der diesjährigen Tagung lautete „Prävention und Nachhaltigkeit – Versicherer leisten mehr.“

Ab dem Geschäftsjahr 2017 fordert der Gesetzgeber, dass Versicherer die CSR-Richtlinie (Richtlinie zur Erweiterung der Berichterstattung von großen kapitalmarktorientierten Unternehmen, Kreditinstituten, Finanzdienstleistungsinstituten und Versicherungsunternehmen) in ihren Lageberichten oder einem gesonderten Bericht umsetzen. Betroffen davon sind auch Kapitalanlagen. Die öffentliche Diskussion um nachhaltige Kapitalanlagen währt aber schon länger. Der Nordbayerische Versicherungstag hat es darum in seiner diesjährigen Veranstaltung aufgegriffen.

Immer häufiger werden die ohnehin konkurrierenden Ziele der konventionellen Kapitalanlage Rentabilität, Sicherheit und Liquidität um das der Nachhaltigkeit von Anlagen erweitert. Auch wenn der Markt für nachhaltige Investments in Deutschland noch ein Nischenmarkt ist, so wächst er doch seit 2008 schneller als der für konventionelle Kapitalanlagen. 2016 belief sich das Volumen nachhaltiger Investments im gesamten deutschen Anlagemarkt auf 157 Milliarden Euro.

Ein spannendes Thema für die Versicherungsbranche, die das Geld ihrer Kunden Jahr für Jahr gut anlegen muss. Stefan Weber, Vorstandssprecher von der Umweltbank, beschrieb hierzu den Standpunkt seines Hauses und welche Aktivitäten daraus resultieren.

Noch ein Nischenmarkt: Nachhaltige Kapitalanlagen
„Wenn Kapitalströme gezielt in umweltfreundliche Projekte und Unternehmen gelenkt werden, können sie einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Welt leisten. Derzeit sind nachhaltige Kapitalanlagen noch ein Nischenmarkt. Angesichts der globalen Herausforderungen der Bekämpfung von Klimawandel und fortschreitender Umweltzerstörung führt zukünftig kein Weg an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten vorbei. Vielmehr werden umweltschädliche Investments, wie beispielsweise in fossile Energieträger, zunehmend zu einem Risiko in den Bilanzen. Nur durch nachhaltiges, langfristig orientiertes Handeln kann eine lebenswerte Umwelt auch für die nachkommenden Generationen erhalten werden."

Sein Unternehmen beweise bereits seit über 20 Jahren, dass Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit auch im Finanzwesen vereinbar seien. So hätte die Umweltbank bisher über 22.000 nachhaltige Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, ökologisches Bauen und Bio-Landwirtschaft finanziert. Als einzige Bank Deutschlands gäbe seine Bank ihren Kunden eine Umweltgarantie für Sparprodukte. Das hieße: Jeder angelegte Euro werde ausschließlich für die Finanzierung von Umweltprojekten verwendet.

Dr. Gabriele Recke, Expertin bei Allianz Investment Management, stellte die Geschäftspolitik Ihres Arbeitgebers in punkto Nachhaltigkeit auf dem Norbayerischen Versicherungstag folgendermaßen dar: „Wir wollen in zukunftsträchtige Anlagen investieren. Deshalb messen wir mit einem ESG-Scoring inwieweit die Nachhaltigkeitskriterien E (Umwelt), S (Soziales) und G (Gute Unternehmensführung) bei den Anlagen eingehalten werden. Als Lebensversicherer haben wir bei unseren Anlageentscheidungen immer auf stabile und sichere Anlagen gesetzt. Mit dem Scoring decken wir nun eine weitere Risikodimension ab und verbessern dadurch das Risiko-Rendite-Profil unserer Anlagen."

Politische und wirtschaftliche Risiken von nicht nachhaltigem Handeln
Doch nicht nur die Nachhaltigkeit von Kapitalanlagen wurde beim diesjährigen Versicherungstag diskutiert. Es ging auch um nachhaltige Kundenbeziehungen, nachhaltiges Personalmanagement oder um die Frage, welche politischen und wirtschaftlichen Risiken ein wenig nachhaltiger Umgang mit Ressourcen birgt.

Quellen: Forum V, BWV

Autor(en): Versicherungsmagazin

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