Wie wirksam ist nachhaltiges Investment?

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Nachhaltigkeit in der Geldanlage boomt. Doch als nachhaltig beworbene Geldanlagen führen nicht automatisch zu mehr Nachhaltigkeit. Zu diesem Fazit kommt ein Gutachten das auf Basis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, im Auftrag des vzbv, erstellt wurde. Finanzjournalist Jörg Birkelbach spricht mit einem der Gutachtenautoren unter anderem über das Thema Greenwashing.

Die Wirtschaftswissenschaftler Professor Marco Wilkens und Professor Christian Klein haben für die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) das Gutachten "Nachhaltige Geldanlagen" verfasst. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine direkte Wirkung nachhaltiger Geldanlagen kaum nachweisbar ist.

ESG Investment oder Impact Investing?

Jörg Birkelbach von Investment Channel befragte Studienautor Klein zu den Ergebnissen seiner Untersuchung. Der Wissenschaftler am Lehrstuhl für Sustainable Finance der Universität Kassel erläutert unter anderem die Intention des  Gutachtens: Der Verbraucherverband habe sich an die beiden Professoren gewandt, weil er das Thema Impact auf sich zukommen sehe und hier verbraucherschutzrechtliche Aspekte eine Rolle spielen könnten.

Konkret: Wenn der Kunden seinen Berater frage, ob sein nachhaltig angelegtes Geld wirklich dazu beitrage etwa den CO²-Ausstoß zu vermindern und der Berater dies bejahe, stelle sich die Frage, ob dies wirklich so sei. "Hier müssen wir ganz genau differenzieren zwischen dem klassischen ESG-Investment, wo nur gesagt wird 'wir achten auf bestimmte Aspekte und richten keinen Schaden an' und dem Impact Investing, dessen Ansatz es ist, Gutes zu bewirken", mahnt der Wissenschaftler.

Auf die Frage Birkelbachs, was denn die Grundtendenz ihrer Arbeit sei, antwortet Klein: "Wir haben ein Jahr lang intensiv an dem Gutachten gearbeitet und unsere Hauptaussage ist: Dieses Thema ist alles andere als trivial." Bevor das Wort Impact marketingtechnisch gebraucht werde, solle man sich unbedingt darüber unterhalten, was genau darunter zu verstehen sei.

Das Interview können Sie hier sehen:



Autor(en): Jörg Birkelbach

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