Dread-Disease-Versicherung ist kein Konkurrent der BU-Versicherung

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Die Vorsorgeberatung zur Absicherung der Arbeitskraft zählt zu den Königsdisziplinen von Vermittlern. Im Gespräch mit ihren Kunden sollten diese darauf hinweisen, dass die Kombination aus BU und Dread Disease die optimale Lösung darstellt.

Dread-Disease-Versicherungen sind wirksame Instrumente, um Kunden gegen die Auswirkungen schwerer Krankheiten abzusichern. Um im Beratungsgespräch eine bedarfsgerechte Empfehlung auszusprechen, müssen Vermittler sich die Produkte und ihre Bedingungen aber genau ansehen.

Leistungsfähigkeit darf nicht an der Anzahl der versicherten Risiken gemessen werden
Dies zeigt beispielsweise der Blick auf die versicherten Risiken. Bei der Anzahl der versicherten Risiken fallen die Tarife der untersuchten sechs Anbieter weit auseinander. Während beispielsweise die Gothaer Lebensversicherung in ihren Versicherungsbedingungen nur 36 versicherte Risiken benennt, punktet die Zurich bei Abschluss des Krankheitsschutzbriefes in Kombination mit dem erweiterten Krankheitsschutzbrief mit einer Liste von 66 versicherten Krankheiten.

Die Leistungsfähigkeit einer Dread-Disease-Versicherung kann und darf aber nicht an der Anzahl der versicherten Risiken gemessen werden. So subsumiert die Gothaer beispielsweise unter dem versicherten Risiko "Erkrankungen des zentralen Nervensystems" 14 verschiedene Krankheiten, die von anderen Gesellschaften als Einzelrisiken deklariert werden. Auch die Frage nach den genauen Leistungsvoraussetzungen im Versicherungsfall muss gestellt und die Höhe der Versicherungsleistung sollte risikobezogen geprüft werden.

Wie häufig kommt eine Krankheit vor?
Bei der Bewertung der versicherten Krankheitsrisiken sollten immer das Risiko und die Häufigkeit einer Erkrankung hinterfragt werden. So listen alle Anbieter von Dread-Disease-Versicherungen die Poliomyelitis (Kinderlähmung) als versichertes Risiko. Bei der Poliomyelitis handelt es sich um eine Viruserkrankung, die nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO seit dem Jahr 2002 in Europa als ausgerottet gilt.

In den Medien tauchen allerdings immer wieder Meldungen auf, dass das Risiko eines erneuten Eintrags von Polioviren durch Migranten besteht. Aufgrund der hohen Impfschutzrate in Deutschland ist das Risiko einer Verbreitung von Poliomyelitis in Deutschland nach Einschätzung von Professor Dr. med. Christian Bogdan, Direktor des Instituts für klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Universität Erlangen- Nürnberg, nicht gegeben.

Eine Absicherung dieses Risikos in einer Dread-Disease-Versicherung verlängert unstrittig den Katalog der gelisteten Risiken, sichert aber dem Versicherungsnehmer keinen nennenswerten vertraglichen Mehrwert.

Leistungsvoraussetzungen sind eine Blackbox
Für die vergleichende Bewertung von Dread-Disease-Tarifen müssen die Leistungsvoraussetzungen vor allem für häufig auftretende Krankheitsbilder genau geprüft werden. Wie begründet sich der Leistungsanspruch des Versicherungsnehmers im Versicherungsfall?

Den gesamten Artikel "Dread-Disease- und BU-Vorsorge ergänzen sich"  können Sie in der aktuellen Mai-Ausgabe von Versicherungsmagazin lesen. Hier geht es wahlweise zum Heftarchiv oder zur eMag-Ausgabe.

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Autor(en): Alexander Schrehard

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