Telematiktarif: Mit Medaillen zu Rabatten

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So genannte Fahrstil- oder Telematiktarife sind in Deutschland derzeit auf dem Vormarsch. Über die Marke Sijox bietet die Signal-Iduna aus Dortmund einen Fahrstil-Tarif für junge Fahrer unter 30 Jahren an. Für alle Autofahrer gibt es seit Herbst 2015 Angebote von Axa, Itzehoer und VHV. Branchenriese Huk-Coburg hat angekündigt, zum dritten Quartal 2016 mit einen Fahrstiltarif auf den Markt zu kommen. Seit Ende April vertreibt die Allianz ihren Telematik-Kfz-Tarif "BonusDrive" online. Ab sofort wird er auch in den Agenturen des Versicherers verkauft.

"Wir erwarten, dass sich im ersten Jahr 20.000 bis 25.000 Kunden für BonusDrive entscheiden werden", definiert Frank Sommerfeld, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, das Vetriebsziel in einer Pressemitteilung.

Zielgruppe: Haushalte mit jungen Mitgliedern
Über eine App erhalten Kunden mit dem neuen Tarif in Echtzeit Einblicke ins persönliche Fahrverhalten. Nach der Fahrt gibt die Applikation Feedback zum jeweiligen Beschleunigungs- und Bremsverhalten, zu Geschwindigkeit und Kurvenfahren. Damit die App erkennt, dass sie sich im versicherten Fahrzeug befindet, wird eine Bluetooth-Quelle im Auto benötigt. Kunden erhalten daher kostenlos einen Bluetooth-Stecker, der in die 12-Volt-Buchse des Fahrzeugs gesteckt werden muss. Alternativ ist auch eine Koppelung des Smartphones mit dem Autoradio möglich.

Zielgruppen sind junge Leute bis einschließlich 28 Jahren sowie Familien und Paare, in denen der jüngste Fahrer zwischen 17 und 28 Jahre alt ist. Den Tarif abschließen können etwa auch ein Vater, der seine 18-jährige Tochter miteinschließt. In solchen Fällen müssen alle berechtigten Fahrer ebenfalls die BonusDrive-App nutzen und ihr Fahrverhalten messen lassen. Der Bonus errechnet sich dann aus der Gesamtwertung aller Fahrer.

Keine Medaille führt nicht zu Sanktionen
Kunden erhalten nach Übermittlung der Daten der ersten 100 aufgezeichneten Fahrkilometer einmalig einen Start-Bonus von zehn Prozent auf die bezahlten Prämien. Die Wertung des Fahrverhaltens erfolgt in Form von Medaillen: Für sehr gute Fahrten gibt es eine Goldmedaille, für gute Silber oder Bronze. Die Einzelwertungen werden zu Tages- und Monatsmedaillen zusammengefasst. "Goldfahrer" erhalten am Ende des Versicherungsjahrs eine Rückzahlung von 30 Prozent ihres Jahresbeitrags. Wer Silber holt, erhält 20 Prozent, Bronze bringt immerhin noch zehn Prozent.

Nach Angaben des Versicherers haben die Kunden keine Nachteile durch die Telematik-Versicherung. Ein Fahrstil der nicht den Medaillenwertungen entspricht, werde nicht mit einer Prämienerhöhung bestraft. Die Kunde können ihre Datenlieferung kurzzeitig unterbrechen. Das Feedback zum individuellen Fahrverhalten basiere auf zusammengefassten Fahrdaten. Auf einer Skala von 0 bis 100 zeigt die App dem Kunden für jede Bewertungskategorie einen Score an. Diese Wertung lasse "keinerlei Rückschlüsse auf Ort und Fahrtweg zu". Die Daten blieben im Übrigen im Kundenbesitz.

Jeder vierte Deutsche ist potenzieller Kunde

Die App kann unabhängig von der Kfz-Versicherung benutzt werden. Sie steht kostenfrei in den App-Stores von Google und Apple zum Download bereit.

Laut einer Studie der Creditplus Bank vom Sommer vergangenen Jahres, ist jeder vierte Deutsche bereit, seinen Kfz-Versicherer per Telematik-Tarif mit ans Steuer seines Wagens zu lassen.

Quelle: Allianz
Bildquelle: © Sashkin/ Fotolia.com

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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