Unternehmen schreiben deutlich weniger Stellen für Vertriebs-Quereinsteiger mit Berufsausbildung aus als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 sinkt ihre Zahl um 15,2 Prozent auf 28.423 Positionen. Die Führungsebene entwickelt sich gegenläufig, denn Stellen für Abteilungs- und Gruppenleiter legen um 214,2 Prozent auf 1.810 Positionen zu. Das zeigt die jüngste Auswertung der Salesjob Stellenmarkt GmbH, basierend auf einer Analyse von 321 Onlinebörsen, 196 Printmedien, das Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie rund 969.000 Firmenwebsites.
Wie es in den einzelnen Sparten aussieht
In der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sinkt die Zahl der Quereinsteiger-Stellen im Vertrieb auf knapp 13.920 (-14,2 Prozent). Die Branche bleibt damit auf Platz 1, geprägt vor allem durch Personalvermittler und Zeitarbeitsunternehmen, die allein oft rund ein Drittel aller Ausschreibungen deutschlandweit stellen.
Auf Platz 2 folgt das verarbeitende Gewerbe. Hier fällt der Rückgang mit zwei Prozent auf mehr als 5.060 Stellen moderater aus. Platz 3 belegt die Lieferung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 3.552 Stellen. Auf Platz 4 liegt die Bereitstellung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Dort sinkt die Zahl der Ausschreibungen um 11,6 Prozent auf 3.049 Stellen. Informations- & Kommunikationsbranche rundet die Top 5 mit mehr als 2.650 Stellen (-1,4 Prozent) ab.
Klassische Einstieg über Berufsausbildung nimmt ab
Fachkräfte mit Berufsausbildung bleiben mit 28.423 Stellen die mit Abstand größte Gruppe unter den Vertriebs-Quereinsteigern, verlieren im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 aber 15,2 Prozent. Bei Abteilungs- und Gruppenleitern hingegen steigt die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von einem niedrigen Ausgangswert auf 1.810 Positionen, ein Plus von 214,2 Prozent. Auch ungelernte Arbeitskräfte legen zu, von einem kleineren Volumen ausgehend auf mehr als 910 Stellen (+38,6 Prozent). Unternehmen öffnen den Quereinstieg damit stärker an beiden Enden der Hierarchieskala, während der klassische Einstieg über die Berufsausbildung abnimmt.
Bei den Benefits für Vertriebs-Quereinsteiger führen Weiterbildungsmöglichkeiten, die in knapp 14.820 Stellen genannt werden. Rabatte für Mitarbeitende folgen mit einer Nennung in 11.145 Stellen, vor der betrieblichen Altersversorgung, die in mehr als 8.510 Stellen auftaucht. Flexible Arbeitszeiten werden in knapp 8.280 Stellen erwähnt, Firmen- oder Teamevents in knapp 8.200 Stellen. Damit runden sie die Top 5 ab. Aus den hinteren Rängen der Top 10 sticht das Jobrad heraus: Es wird in 5.475 Stellen genannt und wird für Quereinsteiger im Vertrieb immer wichtiger.
Kommunikationsfähigkeit steht auf Prioritätenliste ganz oben
Kommunikationsfähigkeit führt die Soft-Skill-Anforderungen für Vertriebs-Quereinsteiger an und wird in knapp 16.070 Stellen genannt, vor Teamfähigkeit mit einer Nennung in knapp 12.560 Stellen. Wer im Kundenkontakt und im Team klar kommunizieren kann, punktet damit stärker als mit jedem anderen Soft Skill in der Liste. Selbstständigkeit folgt mit einer Nennung in circa 9.280 Stellen, Eigenmotivation taucht in mehr als 8.450 Stellen auf und Zuverlässigkeit in mehr als 7.440 Stellen.
Eigeninitiative liegt mit einer Nennung in ca. 3.520 Stellen auf dem letzten Platz der Top 15. Vertriebserfahrung selbst zählt nicht zu den Soft Skills und wird in Stellenanzeigen meist anders abgefragt, etwa über konkrete Titel oder Vorerfahrung in bestimmten Positionen.
Quelle: Salesjob
Verfasst von: Meris Neininger
