Generali stößt Leben-Geschäft ab

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Schon lange brodelte die Gerüchteküche um die Generali Deutschland, jetzt ist es amtlich: Die Generali Leben wird an den Run-Off-Spezialisten Viridium verkauft. Der Verwaltungsrat der Assicurazioni Generali und der Aufsichtsrat der Generali Deutschland haben den Verkaufsprozess für die Mehrheitsbeteiligung der Generali Leben an die Viridium Gruppe eingeleitet. Der Kaufvertrag soll in Kürze unterzeichnet werden.

    "Dies ist der finale Schritt im strategischen Turnaround der Generali in Deutschland, der es uns ermöglicht, in diesem Markt zu wachsen und stärker zu werden", Giovanni Liverani, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland

Und so sieht der Deal aus:
Die Generali Deutschland wird einen Anteil von 89,9 Prozent der Generali Leben an Viridium verkaufen. Nach Angaben des Versicherers beträgt die Gesamtbewertung der Generali Leben bis zu einer Milliarde Euro, inklusive 125 Millionen Euro als Earn-out, falls die Regelungen zur Dotierung der Zinszusatzreserve geändert werden. Darüber hinaus werde Viridium Darlehen mit einem Volumen von 882 Millionen Euro an die Generali Group zurückführen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die zum Konzern gehörende Generali Investments Europe die Kapitalanlagen der Generali Leben fünf Jahre lang nach einem gebührenbasierten Ansatz managen wird und hierfür eine Vergütung 275 Millionen Euro erhält.

Mitarbeiter können in Servicegesellschaft wechseln
Die Transaktion soll die Rendite für das Risikokapital verbessern und zugleich das Zinsänderungsrisiko des Konzerns deutlich verringern. Die Solvabilität der Generali in Deutschland soll um 43 Prozentpunkte beziehungsweise die Solvency-II-Position der Generali Group um 2,6 Prozentpunkte steigen.

Die rund 300 Mitarbeiter, die derzeit die geschlossenen Bestände der Generali Leben managen, sollen in eine neue Service-Gesellschaft wechseln können. Der Käufer werde die Arbeitsbedingungen für diese Mitarbeiter unverändert beibehalten.

Philippe Donnet, CEO der Generali Group, kommentierte den Verkauf: "Die heutige Ankündigung ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Generali gemäß unserer Strategie. Alle unsere Stakeholder werden davon profitieren." Die Transaktion ermögliche es dem Unternehmen, in innovative Lösungen für die deutschen Kunden zu investieren und den Aktionären eine höhere Rendite zu garantieren. Der Vorstandsvorsitzende der Generali Deutschland, Giovanni Liverani, erklärte: "Dies ist der finale Schritt im strategischen Turnaround der Generali in Deutschland, der es uns ermöglicht, in diesem Markt zu wachsen und stärker zu werden."

Keine Änderungen für die Kunden
Für die Kunden soll sich nichts ändern. Die Servicestandards für Privatkunden werden nach Unternehmensangaben dank eines mit Viridium Service Level Agreements aber nur "mittelfristig gesichert werden". bAV-Großkunden sollen weiterhin durch das spezialisierte Kompetenz-Center der Generali in Frankfurt betreut werden. Darüber hinaus wird die Generali einen Anteil von 10,1 Prozent und einen Sitz im Aufsichtsrat an der Generali Leben behalten.

Bafin mischt sich ein
Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Äußerst ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Behörde in einer Pressemitteilung umgehend auf den Deal reagiert hat und eine umfassende Prüfung im Sinne der Versicherungskunden. ankündigte. Unternehmensverkäufe unterlägen "strengen Anforderungen", so die Bafin. Dies ist ein Hinweis darauf, welche Bedeutung der Verkauf für die Branche hat.

Die Generali in Deutschland ist mit rund 16,2 Milliarden Beitragseinnahmen und mehr als 13,5 Millionen Kunden der zweitgrößte Erstversicherungskonzern auf dem deutschen Markt. Der Versicherer hatte im Herbst 2017 einen radikalen Umbau bekannt gegeben (Generali Deutschland wird umgekrempelt)

Die Viridium Gruppe verwaltet derzeit ein Portfolio von fast Million Versicherungsverträgen und Vermögenswerten von rund 16 Milliaden Euro. Das Unternehmen befindet sich im Besitz des Londoner Private Equity Fonds Cinven und des deutschen Rückversicherers Hannover Re

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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