Mehr Zukunftssicherheit für Mitarbeiter: Ergo und Verdi sagen, wie es bis 2022 weitergehen soll

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Ergo und die Verdi-Tarifkommission haben über einen längeren Zeitraum einen sozialen Ordnungsrahmen für die Begleitung des Ergo Strategieprogramms (ESP) verhandelt. Die Vereinbarung beinhaltet einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, eine Standortgarantie, Schutz bei möglichen Outsourcing-Maßnahmen sowie eine Verpflichtung zur Verhandlung eines Tarifvertrags für die Beschäftigten der Ergo Direkt. Der Konzernbetriebsrat muss diese Vorgehensweise noch bestätigen.

Neben den genannten Maßnahmen soll die Anzahl der Auszubildenden im Innendienst von 40 auf 80 verdoppelt und der Abschluss einer Übernahmeregelung verabredet werden. Auf Basis dieses Ordnungsrahmens sollen Verdi und die Betriebsräte das Zukunftsprogramm ESP und die damit notwendigen Transformationsprozesse aktiv unterstützen.

Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Ergo Group, ist davon überzeugt, dass sein Haus dank des Strategieprogramms wieder deutlich an Kraft und Wettbewerbsfähigkeit gewonnen hat. Davon würden nun auch die Mitarbeiter profitieren. Und er ist sicher, „dass wir Ergo gemeinsam zu einem modernen und zukunftsorientierten Versicherungsunternehmen weiterentwickeln werden.“

Frank Fassin, von Verdi kommentiert das Verhandlungsergebnis folgendermaßen: „Mit dem vereinbarten sozialen Ordnungsrahmen ist es nun zusätzlich gelungen, die Belange der Mitarbeiter von Ergo grundlegend abzusichern. Für die Mitarbeiter ist das ein wichtiges Zeichen, sich weiterhin für das Strategieprogramm und die Gestaltung der Zukunft des Unternehmens einzusetzen.“

Kündigungs- und Standortschutz wird verlängert und erweitert
Die Vereinbarung sieht aber vor, dass der Kündigungs- und Standortschutz davon abhängig ist, wie die wirtschaftlichen Ziele des Strategieprogramms erreicht werden. So stehen beide Zusagen unter dem Vorbehalt, dass das Ergebnis und die wesentlichen Kostenziele des Strategieprogramms erzielt werden. Der bereits bestehende Standortschutz für die Verwaltungsstandorte Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim und München wird dabei verlängert und erweitert. Der Schutz gilt nun bis Ende 2021 und erstreckt sich erstmalig auch auf die Standorte der Itergo, den Standort Nürnberg und bezieht auch den Makler- und Kooperationsvertrieb mit ein.

Darüber hinaus sichert der Versicherer zu, die Anzahl der Regionaldirektionen der Ergo Ausschließlichkeit bis Ende 2021 nicht zu reduzieren, sofern die Neugeschäftsziele der Ergo Deutschland erreicht werden. Weiterhin wurde vereinbart, dass sich Kündigungs- und Standortschutz um ein weiteres Jahr, also bis Ende 2022, verlängern, aber auch dann wieder nur, wenn die gesetzten Kennzahlen erreicht werden.

Unveränderte Bedingungen bei Outsourcing
Bei möglichem Outsourcing verpflichtet sich Ergo dafür Sorge zu tragen, dass ein Übergang zu einem Outsourcing-Partner für die Mitarbeiter zu unveränderten Rahmenbedingungen erfolgt. Sollte dies innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Übergang nicht gewährleistet werden, können die Mitarbeiter zum Versicherer zurückkehren.

Ulf Mainzer, Personalvorstand der Ergo Group, ist davon überzeugt, dass sein Unternehmen „mit dieser Vereinbarung ein spürbares Zeichen der Stabilität und Kontinuität gegenüber den Mitarbeitern setzt und sicherstellt, dass die erreichten Erfolge auch für alle als solche erlebbar werden.“

Ein kurzer Rückblick
Zum 1. Januar 2018 ist die 2016 angekündigte organisatorische Separierung des klassischen Lebensversicherungsgeschäfts innerhalb der Ergo in Kraft getreten. Dies hatte Veränderungen in den Vorständen der Gesellschaften nach sich gezogen. Das bedeutete unter anderem: Siegfried Nobel (57) und Joachim Fensch (51) wurden in die Vorstände der Leben-Klassik-Gesellschaften Ergo Lebensversicherung AG und Victoria Lebensversicherung AG berufen. Nobel ist nun als CFO zuständig für das Ressort Aktuariat und Finanzen, Fensch verantwortet das Ressort Operations und IT. Beide sind seit vielen Jahren in diversen Funktionen für den Versicherer tätig.

Bereits Mitte 2016 hatten man sich in Düsseldorf darauf geeinigt, dass bis 2020 rund 450 Millionen Euro jährlich eingespart werden sollen. Gleichzeitig wurden Investitionen von einer Milliarde Euro beschlossen. Außerdem wurde der Rückzug aus 18 dezentralen Standorten in Deutschland beschlossen.

Quellen: Ergo, Versicherungsmagazin

Autor(en): Versicherungsmagazin

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