Naturkatastrophen 2014: Risikosituation hat sich nicht verändert

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Das Ausbleiben von sehr schweren Katastrophen und eine ruhige Hurrikansaison im Nordatlantik haben die Schäden aus Naturkatastrophen 2014 deutlich niedriger ausfallen lassen. Das teuerste Ereignis gemessen am Gesamtschaden war mit sieben Milliarden US-Dollar der Zyklon Hudhud in Indien. Rund 7.700 Menschen kamen bei den Naturkatastrophen ums Leben.

Mehr als neun von zehn (92 %) der schadenrelevanten Naturkatastrophen entfielen auf Wetterereignisse. Auffällig war die deutlich unterdurchschnittliche Hurrikansaison im Nordatlantik, wo sich nur acht starke Stürme bildeten; der langfristige Durchschnitt (1950-2013) liegt bei elf. Dagegen war die tropische Wirbelsturmsaison im Ostpazifik von weit überdurchschnittlich vielen Stürmen geprägt, die meist aber nicht auf Land trafen.
Ein Sturm im Ostpazifik, Hurrikan Odile, zog der Halbinsel Baja California entlang Richtung Norden und verursachte in Mexiko und südlichen Staaten der USA einen Schaden von 2,5 Milliarden US-Dollar; 1,2 Milliarden US-Dollar davon waren versichert. Im Nordwestpazifik trafen vergleichsweise viele Taifune auf die japanische Küste, der Schaden blieb aber wegen der dort hohen Bau- und Infrastrukturstandards gering.

120 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden

Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres, der Zyklon Hudhud, zeigte zugleich, wie sinnvoll Maßnahmen der Behörden zur Schadenbegrenzung wirken. Hudhud erreichte am 10. Oktober über dem Golf von Bengalen seine größte Stärke und war mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 km/h ein Sturm der Kategorie 4 von 5. Am 12. Oktober traf er bei der indischen Hafenstadt Visakhapatnam an Land, einem wichtigen Wirtschaftszentrum der Region Andhra Pradesh mit zwei Millionen Einwohnern. Teilweise fielen mehr als 120 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden.

Aufgrund der Warnungen des indischen Wetterdienstes hatten die Behörden etwa eine halbe Million Menschen evakuiert und in sichere Unterkünfte gebracht. Dadurch blieb die Zahl der Todesopfer für eine Katastrophe dieser Stärke mit 84 niedrig. Von den Gesamtschäden von etwa sieben Milliarden US-Dollar waren etwa 530 Millionen US-Dollar versichert - ein vergleichsweise kleiner Anteil, jedoch nimmt die Versicherungsdichte in Indien erfreulicherweise stetig zu.

Schwächer, aber sehr zerstörerisch
Ähnlich verhielt es sich bei Taifun Hagupit, der am 6. Dezember die philippinische Insel Samar traf und dann Kurs auf die Hauptinseln mit der Hauptstadt Manila nahm. Bei Landfall war Hagupit ein Taifun der Stufe 3 mit Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als 175 km/h. Damit war der Sturm zwar schwächer als Supertaifun Haiyan ein Jahr zuvor, bei dem mehr als 6.000 Menschen gestorben waren, aber dennoch sehr zerstörerisch. Vor dem Auftreffen von Hagupit hatten die Behörden 165.000 Menschen entlang der Zugbahn evakuiert. 18 Menschen kamen ums Leben.

Sehr teure Hagelstürme in Europa
In Europa kam es im Sommer wie schon im Jahr zuvor wieder zu einem sehr teuren Hagelsturm. Auslöser war das Sturmtief Ela, das im Juni mit hohen Windgeschwindigkeiten und örtlich bis zu zehn Zentimeter großen Hagelkörnern über Frankreich, Belgien und den Westen Deutschlands hinwegzog. Der Gesamtschaden betrug 3,5 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden Euro), davon waren 2,8 Milliarden US-Dollar (zwei Milliarden Euro) versichert. In Deutschland verursachte dieser Hagelsturm Gesamtschäden von 1,2 Milliarden US-Dollar (880 Millionen Euro) und versicherte Schäden von 890 Millionen US-Dollar (650 Millionen Euro).

Textquelle: Munich Re; Bildquelle: Axa

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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