Nutzer vernachlässigen Internetschutz

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Theoretisch wissen die meisten Bundesbürger, welche Instrumente es gibt, um sich sicher im Internet zu bewegen. Praktisch nutzen dieses Wissen aber nur wenige, wie eine Statistik der Statista GmbH zeigt. So haben über 90 Prozent schon davon gehört, dass es Anwendungen gibt, um einzelne Dateien zu verschlüsseln. Aber lediglich 31 Prozent nutzen diese Schutzmaßnahme auch.

Knapp 90 Protent geben an das Verfahren "biometrische Identifizierung" zu kennen. Aber nur rund ein Viertel der Deutschen nutzen Features wie Fingerabdruckscanner, über beispielsweise die meisten Smartphones verfügen.

Rund ein Viertel kann sich den Abschluss einer Cyber-Versicherungs vorstellen
Wie sehr die Deutschen die Sicherheit ihrer Daten auf die leichte Schulter nehmen zeigt auch eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zum Jahresbeginn. Jeder dritte Internetnutzer (32 Prozent) gab in der Befragung an, für mehrere Online-Dienste das gleiche Passwort zu nutzen.

Um sich gegen Cyber-Kriminalität wie Phishing-Attacken, Schadsoftware oder Kreditkartenbetrug abzusichern, könnten sich 19 Prozent der Internetnutzer vorstellen eine Versicherung für kriminelle Vorfälle im Netz abzuschließen, so das Fazit einer weiteren Bitkom-Umfrage. Fünf Prozent der Befragten sagen zudem, dass sie sich auf jeden Fall gegen Cyber-Kriminalität versichern wollen. Dabei könnte eine Versicherung gegen kriminelle Vorfälle im Internet eine sinnvolle Ergänzung für die eigene Cyber-Sicherheit sein, sagt Nabil Alsabah, Referent für IT-Sicherheit im Bitkom.

Gesunder Menschenverstand ist auch gefragt
Die Mehrheit der Nutzer sieht jedoch keinen Bedarf für solche Versicherungen. Jeder Zweite (52 Prozent) gibt an, er werde sich auf keinen Fall gegen kriminelle Vorfälle im Internet versichern. Vor allem für ältere Onliner sind solche Policen kein Thema. 59 Prozent der über 65-jährigen schließen solch einen Versicherungsschutz für sich aus.

"Mit einigen grundlegenden Maßnahmen lassen sich viele Cyberattacken vermeiden", erkäutert Alsabah. Sein Ratschlag: "Für einen guten Schutz im Internet sollte die eigene Software immer aktuell sein, vor allem das Betriebssystem eines Geräts. Zusätzliche Hilfe bieten Anti-Viren-Programme und Firewalls auf Desktop-Computern und Smartphones, um es Angreifern so schwer wie möglich zu machen." Schließlich sei auch immer der gesunde Menschenverstand gefragt. "Nutzer sollten keine Links in dubiosen E-Mails anklicken oder Apps aus unbekannten Quellen herunterladen", so Alsabah. Dahinter verbürgen sich häufig Schadprogramme.

Infografik: Oft gehört - nie genutzt: Schutzmaßnahmen im Internet | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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