Wettlauf um die Zielrente

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Die Versicherer brennen darauf, mit Sozialpartnermodellen in die neue bAV-Welt einzusteigen. Doch die Tarifparteien als "neue Gewährsträger eines Betriebsrentenversprechens" prüfen noch. Die neuen Angebote werden auch die bAV ohne Garantie beeinflussen.

"Wir sind bereit für die neue bAV-Welt", sagt Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement AG und verantwortlich für betriebliche Altersversorgung (bAV) bei HDI. Auf dem HDI bAV-Expertenforum 2018 gewährte er Einblicke in das neue Angebot von Zurich und Talanx, die "Deutsche Betriebsrente".

Signifikanten Marktanteil angepeilt

Der Name symbolisiere den Anspruch des Konsortiums, einen signifikanten Marktanteil in der neuen bAV-Welt der Sozialpartnermodelle zu erobern. Mit ersten Abschlüssen rechnet Löbbecke "frühestens 2019". Die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände seien noch nicht so weit und müssten sich in dem komplexen Themenfeld "erst noch orientieren".

Und tatsächlich: Während die Arbeitgeber sich über den Wegfall der garantierten Rentenzusagen freuen, ist völlig offen, ob die Gewerkschaften sich auf das Modell einer Zielrente einlassen, selbst wenn sie um einem Sicherungsbeitrag des Arbeitgebers zum Ausgleich schwankender Kapitalmarktentwicklungen ergänzt wird.

Gewerkschaften halten sich bedeckt

Auf Anfrage jedenfalls hielten sich die großen Gewerkschaften bedeckt und verwiesen auf bestehende "gute Lösungen". Ohnehin müssen laufende Tarifverträge erst einmal enden, bevor neue Abkommen möglicherweise mit der Option einer reinen Beitragszusage für neue Mitarbeiter vereinbart werden können.

Wahrscheinlich machen sich die Tarifparteien hinter den Kulissen mit den Vor- und Nachteilen der neuen Betriebsrentenprodukte vertraut. Das ist notwendig, denn sie sind "die neuen Gewährsträger eines Betriebsrentenversprechens", schreibt das Versorgungswerk Metallrente auf seiner Website.

Weiter heißt es dort: Die Tarifparteien „haben die Aufgabe, steuernd einzugreifen und mit kollektiver und generationengerechter Kapitalanlage für eine möglichst hohe Zielrente Sorge zu tragen. Auch die stärkere Verbreitung über so genannte Opting-out-Modelle obliegt exklusiv den Tarifparteien. Es wird Zeit brauchen, bis die Arbeitnehmer in den Genuss einer neuen Betriebsrente kommen“.

Richard Herrmann, der seit Oktober im Ruhestand stehende Ex-Chef des Betriebsrentenberaters Heubeck, rechnet zumindest auf Unternehmensebene in Kürze mit ersten Tarifverträgen, "denn dort gibt es weniger Interessen zu berücksichtigen".

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Autor(en): Stefan Terliesner

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